Pauls und Max Erfahrungen in Namibia

 

"Vor dem Abflug nach Namibia gab es noch ein paar Dinge zu erledigen. Dazu gehörte vor allem die Beantragung des Visums, für das man verschiedene Unterlagen benötigt. Da das schon mal etwas länger dauern kann,solltet ihr euch diese schon einige Monate vor eurem Aufenthalt beschaffen.
Dabei halfen uns Lena Palm und ihre Mutter Petra Bauer, unter anderem mit einem gemeinsamen Vortreffen aller Volontäre, die zur selben Zeit ein soziales Praktikum in Namibia absolvieren wollten.
Lena und Petra leiten gemeinsam die Aachener Organisation Wadadee Cares, über die ihr nach Namibia gelangt, und stehen euch bei Fragen immer zu Verfügung. Als dann alle Vorbereitungen getroffen waren, ging es auch schon los.

Am Flughafen in Windhoek angekommen, wurden wir von Shaun Awaseb, dem Besitzer des Wadadee House abgeholt. Er ist in Katutura aufgewachsen und darum zusammen mit Lena euer Ansprechpartner vor Ort. Das Haus hat Platz für ca. 30 Gäste mit unterschiedlich großen Zimmern (Einzel bis 8 Bett-Zimmer).
Neben der großen Gemeinschaftsküche gibt es noch dazu ein Wohnzimmer und nicht zuletzt eine Pool-Area mit Billardtisch und Musikanlage. Das Haus befindet sich im Armenviertel Katutura, im selben Stadtteil wie auch unsere Arbeitsstätte, der Love Your Neighbour Vorschule - eine Wellblechhütte, die gleichzeitig das Zuhause der Familie Swartz ist.

Geleitet wird die Vorschule von Alida Swartz und ihren vier Töchtern (Veronica, Bona, Trudy, Mary), die sich von 8.00Uhr bis 17.00Uhr um die Kinder im Alter von 0-6 Jahren sorgen.
Unsere Aufgabe bestand darin, einem Teil der ca. 200 Kinder Lesen und Schreiben näher zu bringen. Da einige Kinder nicht wirklich Englisch verstanden und nicht immer auf uns hören wollten, gestaltete es sich öfters als schwierig, den Kindern das Schreiben von Buchstaben, Zahlen und ihren Namen beizubringen. Dabei wurden wir aber immer sehr von Alida und ihren Töchtern, auch in Form von Lernmaterialen, unterstützt. Neben dem Unterricht in der Vorschule, hatten wir noch zahlreiche andere Aufgaben. Dazu gehörten vor allem Monatseinkäufe für die Familie und Arztbesuche mit Kindern und deren Eltern. Alles unterstützt von Spendengeldern von Wadadee Cares.
Ein großes Highlight für uns war der Bau einer neuen Wellblechhütte für eine sehr arme Familie im Viertel „Okuryangava“, welche zuvor in einer notdürftig zusammengeflickten Behausung gelebt hatte. Es war eine tolle Erfahrung alle nötigen Materialien dafür zu beschaffen und einer Familie ein neues und schöneres Zuhause zu geben. Gearbeitet haben wir Montags bis Freitags von 8:30 bis 14:00Uhr, das waren 2 Unterrichtsstunden mit Pause und abschließendem Spielen.

Danach ging es für uns zurück ins Gästehaus. Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung. In dieser gingen wir Einkaufen, entspannten am Pool oder besuchten noch für einige Stunden die Kinder aus dem Waisenhaus „Hope Village“. Auch abends kann man in Windhoek verschiedene Dinge unternehmen: Bars, Clubs und Restaurants findet man in der Innenstadt und sind mit dem europäischen Standards absolut zu vergleichen. Besonders die Karaokebar „Warehouse“ wird uns immer in Erinnerung bleiben. Alle unsere Ziele in der Stadt erreichten wir mit dem Straßentaxi, welches das einzige öffentliche Verkehrsmittel in Windhoek ist. Abends und nachts ist es jedoch empfehlenswert ein etwas seriöseres Taxi (Dail-a-cab) zu bestellen.

Generell wurde das Leben in Namibia und vor allem im Wadadee House nie langweilig. Oft wird zusammen gekocht oder eine Wadadee-Party mit allen Volontären und den einheimischen Bekanntschaften gefeiert. Das Zusammenleben mit anderen Menschen aus verschiedensten Ländern in der Wadadee-Family brachte nicht zuletzt viele neue Freundschaften und tolle Momente, auch auf den Reisen, mit sich.

Über Wadadee African Safaris bekamen wir die Möglichkeit, insgesamt fünf verschiedene Trips zu den unterschiedlichsten Zielen innerhalb und außerhalb Namibias zu buchen. Dazu gehören drei Wochenendtrips zum Nationalpark „Etosha“, in die Namib Wüste und nach Swakopmund an die Westküste Namibias. Außerdem gibt es einen 12-tägigen Trip durch Namibia und Botswana bis zu den Victoriafällen in Simbabwe, sowie eine 6-tägige Tour nach Kapstadt in Südafrika. Bei fast allen Reisen wurden wir von Shaun und James begleitet und haben in Namibias unglaublicher Landschaft die Zelte aufgeschlagen. Der Tagesablauf war von Shaun mit den verschiedensten Aktivitäten geplant, vom Wasserrafting im Zambezi-River, bis hin zum Sandboarding in der Wüste. Die Trips in Namibias „Outback“ waren eine tolle Erfahrung und eine gute Abwechslung zum Stadtleben in Windhoek.

Alles in allem waren die 6 Monate in Namibia viel zu schnell vergangen und die bisher schönste und erlebnisreichste Zeit unseres Lebens. Die Menschen dort sind immer sehr freundlich zu einem und erleichterten uns so den Alltag, egal ob in der Vorschule, im Taxi oder beim Einkaufen.
Obwohl uns selber nichts Beunruhigendes widerfahren ist, sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass Namibia ein Entwicklungsland ist und es vielleicht auch den ein oder anderen härteren bzw. ungewohnten Moment geben wird. Denn im Vergleich zu Deutschland spielen hier Themen wie Armut, Krankheiten und Kriminalität eine deutlich größere Rolle. Davon sollte man sich jedoch nicht einschüchtern lassen, denn solange man sich an gewisse Regeln hält, die Lena und Shaun euch auch immer wieder mit auf den Weg geben, wird man eine wunderbare Zeit in einem tollen Land erleben."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Robert und Michael berichten

 

Nach dem Abitur stand für Robert und mich fest: Direkt weitermachen mit einem Studium war keine Perspektive, die wir uns vorstellen konnten. Wir wollten praktisch tätig werden, Einblicke in das Leben außerhalb des Lernalltags von Schule und Studium gewinnen. Daher gingen wir für 6 Monate nach Namibia und haben uns bei Wadadee cares als freiwillige Helfer engagiert.